Tampergrössen, Tamperformen und Passgenauigkeit - Die Gretchenfrage
Mittwoch, April 15, 2009 at 16:25
Plan, konvex, Plan2Konvex - Zylinder oder Trapez - Genaue Passform, oder lieber etwas Platz zum Rand hin. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von Tampern (Pressini) mit unterschiedlichen Tamperformen, von denen sicher viele Ihre Berechtigung haben. Die Espressomaschinen sind unterschiedlich, die Brühduschen besitzen nicht alle die gleiche Form, das Wasser wird anders verteilt und natürlich haben auch die Hände, die den Tamper greifen stets andere Grössen und Vorlieben. Zunächst, bevor wir uns mit dem korrekten Tamperfuss beschäftigen, ist es wichtig, dass der Tamper gut in der Hand liegt; es ist ein Werkzeug, eine Verlängerung der Hand. Wenn ich diesen "Tool" nicht gerne anfasse, wie eine Art Handschmeichler, kann ich damit auch nicht korrekt arbeiten und somit kein Gefühl für die auszuübende Tätigkeit entwickeln.
Zusätzlich zur Form des Griffes muss natürlich auch die Grösse, also die Höhe des Tampers stimmen, doch hängt die Wahl dieser auch von der Arbeitsweise des Baristas ab. Dass der Tamper ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug ist, auch wenn uns die Espressomaschinen- und Mühlenhersteller durch ihre mitgelieferten "Plastictoys" gern eines Besseren belehren möchten, bleibt unbestritten, nicht nur unter den Profis. Das hat viele Gründe: z.B. ist der Tamper bei der Espressozubereitung das "Zünglein an der Waage" zwischen den Parametern, denn wer verstellt schon grossartig die Mühle oder die Espressomaschine, wenn dies einfach durch ein wenig "mehr" oder "weniger" Druck auf den gemahlenen Kaffee korrigiert werden kann, sobald sich die Bedingungen einmal kurzfristig ändern. Der Tamper ist nicht nur in der Lage das Kaffeepulver zu verdichten, sondern er kann auch durch unterschiedlich angewandte Kraft sich ändernde Bedingungen kompensieren. Wer sich diese Möglichkeit von einem Dynamometrischen Tamper nehmen lässt und dabei auch noch das unangenehme "Fraktur-Feeling" (Knick-Knack, Sie wissen schon...) duldet, hat sicher schon die Hälfte der Leidenschaft, sowie der Möglichkeiten bei der bewussten Espressozubereitung verloren. Es ist ein wenig so, als würde man bei der Japanischen Teezeremonie mit einem Wasserkocher seinen Tee aufgiessen.
Doch nun zur eigentlichen Schwierigkeit, dem Tamperfuss, der auf jeden Fall aus Edelstahl sein sollte.
Was die Fussform und die Fussgrösse anbelangt, hat uns die Erfahrung u.a. folgendes gelehrt:
- Ein nicht zu eng passender Tamper ermöglicht es, das gemahlene Kaffeepulver im Sieb etwas zu modellieren (mit leicht kreisenden Bewegungen) und in die richtige Form zu bringen. Hierbei reichen 0,5 - 1 Millimeter. Auch ist es nicht angenehm wenn der Tamper im Sieb hakelt - schnell kann dies bei verschiedenen Füllmengen der Fall sein, da die meisten Siebe nicht zylindrisch zulaufen, obwohl es von Vorteil wäre.
- Konvexe oder Softkonvexe Tamper begünstigen die Extraktion, ermöglichen eine bessere Reproduzierbarkeit des Andrucks von einem Espresso Shot zum nächsten, lassen sich differenzierter tampen und verdichten die Ränder zum Sieb hin besser.
- Mit einem planen/flachen Tamperfuss erzielt man mit weniger Kraftaufwand einen höheren Druck im Vergleich zu einem konvexen Tamper.
- Eine gerade Fläche auf der Tamperoberseite , sowie eine zylindrische Form erleichtern es waagerecht zu tampen, den richtigen Level zu finden.
...all dieses ist natürlich rein subjektiv und unvollständig, denn jeder sollte seine eigenen Erfahrungen machen, um einen passenden Tamper für sich und seine Bedürfnisse zu finden, doch vielleicht hilft es dem einen oder anderen bei der Entscheidung - ein übriges tut ein bodenloser Siebträger, der als Diagnose Tool gute Dienste leistet.
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Tampergrössen,
konvex,
plan in
Tamper 


